Auf die Frage, was für eine Art von Yoga ich denn da unterrichte, ob es denn Kundalini oder Ashtanga, Hatha- oder Power-Yoga sei, bin ich mitunter etwas verlegen. Nicht weil ich das nicht wüßte, sondern weil ich eigentlich niemanden über den Inhalt von Yoga belehren möchte. Möge es jedem in der Art gefallen, die da von ihr oder ihm praktiziert wird.(Um die Antwort zu geben: Ich nenne es dann Hatha Yoga. Obwohl ich auch Kundalini und Ashtanga unterrichte. Und Kinderyoga, Hormonyoga...)
Im Westen gibt es ein Bild des Yoga, das sehr auf die körperlichen Aspekte ausgerichtet ist. Mit der Aussage, daß Yoga entspannt und inneren Frieden gibt und etwas für die Beweglichkeit leistet.
Einige Menschen haben weit tiefere Erfahrungen damit gemacht und einige von ihnen verbinden diese Erfahrungen mit den Lehren ihrer Meister des Yoga.
Für mich ist Yoga weit mehr als das. Keine Lehre, keine Philosophie, kein Sport, kein Stil in irgend eine Richtung. Yoga ist ein Weg, sich zu befreien von alten Mustern und Prägungen, die oft daran hindern, zum Kern vorzudringen. Zum Kern des eignen Seins, zum Kern der Wahrheit, der Natur... Wege gibt es dazu viele und sie entsprechen den Ambitionen der Yogainteressierten und den Ambitionen ihrer Lehrer oder Meister. Hier ist die Vielfalt, die uns die Gesichter des Yoga zeigt.
Das Wichtigste am Yoga ist die Disziplin. Über Yoga zu reden, ist informativ. Es zu TUN ist der Weg.
Die Yoga-Philosophie ist mehrere tausend Jahre alt, doch ihr Inhalt ist höchst aktuell und für den modernen

Menschen eine große spirituelle Bereicherung. Der Gelehrte Patanjali schrieb die Yoga Sutras vor etwa 2500 Jahren. Er lehrte fünf Prinzipien, durch deren Anwendung der Weg des Yoga nicht nur Theorie bleibt, sondern zur eigenen Erfahrung wird:
- Asanas (Körperübungen) - Pranayama (Atemübungen) - Savasana (Entspannung) - Vegetarische Ernährung - Vedanta und Dhyana (positives Denken und Meditation)
Das bedeutet, daß das alleinige Praktizieren der Körperübungen sicherlich einen positiven Effekt erzielt, doch die Komplexität der Wirkung aller fünf Prinzipien eine wirklich einzigartige Erfahrung ist, die das Leben reicher macht.
Hatha-Yoga als Wort symbolisiert schon das Konzept der Dualität, wovon dieser Weg geprägt ist. HA bedeutet Sonne, THA heißt Mond. Es ist eine Symbolik, die auf die polaren Prinzipien und den ständig wechselnden Rhythmus des Lebens hinweist. Es steht für das Männliche und das Weibliche, für Tag und Nacht, Hitze und Kälte…
In den hier angebotenen Kursen geht es in erster Linie weltlich zu und niemand wird zu bestimmten Denkensformen bekehrt. Yoga ist auch religionsübergreifend und für alle offen.

Ganz sicher wird es aber Informationen geben, die auf die klassischen Elemente Bezug nehmen. Und die praktizierenden Teilnehmer werden angenehme Erfahrungen machen, aus denen Fragen entstehen können. Die Antworten darauf führen etwas näher an spirituelle Aspekte heran.
Es werden außerdem Kurse angeboten, die den obigen fünf Prinzipien entsprechen. Für jene, die ganzheitlich den Weg des Yoga gehen möchten.
Es ist dies auch mein Weg als der unterrichtende Yogalehrer. Ich unterrichte oft in der Tradition von Swami Sivananda. Hier geht es zu www.yoga-vidya.de |